Juristische MethodenschuleFritjof Haft: Kein Leben ohne Witz

Im Erscheinen.

Normfall ISBN 978-3-98-157601-6

Leseprobe aus dem Abschnitt „Gender-Humor“ des Buches „Kein Leben ohne Witz“:

Von „Gender“ (= Geschlecht) spricht der Sozialwissenschaftler, wenn er das Wort „Sex“ vermeiden will. Es geht also dabei letztlich um das, was Männer und Frauen treiben wenn sie nicht angekleidet sind. Auch auf diesem Gebiet hat die Humorforschung in der jüngsten Vergangenheit Fortschritte gemacht.

Professor Sam Shuster, Norfolk and Norwich University Hospital, hat in den BBC-News v. 21.12.2007 die Welt mit der These geschockt: „Humour comes from testosterone“. Diese Erkenntnis gewann der Gelehrte durch eine Feld- bzw. Straßenforschung, bei der er als Emeritus in reiferem Alter mit einem Einrad durch Newcastle upon Tyne fuhr. Er dokumentierte dabei die Reaktionen von 400 Personen. Viele Männer hätten spöttisch oder höhnisch reagiert, indem sie etwa riefen: „Lost your wheel?“, was für den betagten Einradfahrer sehr verletzend ist, zumal das Rad nicht das einzige ist, was er nach Meinung des Rufers verloren hat. Bei Frauen kam so etwas dagegen so gut wie überhaupt nicht vor. „Women tended to make encouraging, praising comments, while men jeered. The most aggressive were young men“, berichtete er dem British Medical Journal. Und das schob er, wie gesagt, auf die Wirkung des Testosterons. Sein Kollege Dr. Dick Neave deutete das so: Der Mann auf dem Einrad wird von seinen Geschlechtsgenossen als Bedrohung angesehen, weil er die Aufmerksamkeit attraktiver Frauen auf sich lenkt. In der Tat – stellen Sie sich eine Stadt voller rüstiger Greise vor, die auf Einrädern ihre Pirouetten drehen. Da haben die Youngster auf ihren Skateboards schlechte Karten.